Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der Unbefugte













Als der Urmensch eines morgens erwachte, wusste er
für einen Moment nicht, wo er sich befand.

Die Umgebung um ihn herum war ihm seltsam unvertraut.
Es musste etwas geschehen sein. Etwas, dass sich seinem
sonst so wachen Verstand entzog und ihn hilflos in einer
 unverwandten Welt zurücklies.

Schnell fühlte er sich im Zentrum des öffentlichen Interesses.

So sehr er sich auch bemühte, er fand sich in den 
Menschen nicht wieder.

Mit Geduld lernte er den neuen Lauf der Dinge kennen. 
Der Urmensch suchte Erwerbsarbeit.

Als Arbeitnehmer, so wusste er bereits, war es nötig, sich in Anpassung zu üben.

Nur wenig später fand er eine Stelle in einer Agentur für Action Marketing. 
Der Human Resources Manager zeigte sich mit den Soft-Skills des Urmenschens zufrieden.

Mit der Agentur ging es bergauf. Die Gläser waren halbvoll. Doch das vermochte er nicht zu sehen. Er sah nur die Frau.

Gemeinsam verbrachten sie die üppigen Pausen.

Es war ihm, als sei die Frau voller Unglück.
So voller Unglück, dass in dem Urmenschen der Wunsch
erkeimte, ihr trostloses, kluges Gesicht in beide Hände
zu nehmen, um es behutsam zu kneten.

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